Auf dieses Angebot dürfte die Bankenkonkurrenz wohl etwas verstimmt reagiert haben: Ein Fonds-Sparplan zum Selbstkostenpreis. Seit Beginn des zweiten Quartals verkauft die kleine Augsburger Aktienbank ihren Kunden Sparpläne auf Exchange Traded Funds (kurz ETFs) zum sogenannten Nettoinventarwert (NAV) ohne die sonst üblichen Gebühren. Lediglich die jährliche Depotgebühr von 30 Euro müssen Sparer berappen.
Noch relativ wenig verbreitet ist bisher das Ansparen mit ETFs an Stelle etwa eines etablierten Renten- oder Aktienfonds. Hinter dem Kürzel verbergen sich börsennotierte Indexfonds, mit denen Investoren an den Bewegungen des jeweiligen Index (Länder, Branchen, Rohstoffgruppen usw.) partizipieren. Da es keinen Fondsmanager gibt, der die Zusammensetzung des Portfolios laufend an die Anlagestrategie anpassen muss, fallen keine Honorare dafür an. Kosten für Lizenzen, Prospekterstellung oder Wirtschaftsprüfung entstehen nicht. Entsprechend gibt es keine Ausgabeaufschläge. Gleichzeitig sind die Verwaltungsgebühren gering.
Die Papiere werden ohne Mindestanlagesumme wie Aktien an der Börse gehandelt. Investoren können bei Einmalanlagen selbst Kauflimits und Stoppkurse angeben. Dabei sind die ETFs dank der Bindung an einen Index für den Anleger transparenter als ein klassischer Investmentfonds, dessen Manager sich ja eigene Auswahl auf die Fahne geschrieben haben. Market Maker stellen laufend Kurse. Dividenden- beziehungsweise Zinszahlungen werden bei den ETFs direkt reinvestiert oder an den Anteilsinhaber ausgeschüttet.
Von den Gebühren her können die aktuellen ETF-Sparplanangebote ihren auf aktiv gemanagten Investmentfonds lautenden Geschwistern noch nicht ganz das Wasser reichen. Bei einer Sparrate von 50 Euro etwa entspräche die Gebühr bei Comdirect Bank und Maxblue rechnerisch einem Ausgabeaufschlag von 5.4 Prozent. Bei 100 Euro Sparrate wären es immerhin noch 2.9 Prozent. Nahezu alle Banken gewähren bei klassischen Fondssparplänen jedoch einen Rabatt von 50 und mehr Prozent auf den Ausgabeaufschlag. Bei vielen Instituten entfällt für eine begrenzte Auswahl an Fonds die Gebühr sogar gänzlich.
Mit der Offerte der Augsburger Aktienbank könnten die Preise jedoch auch bei den ETF-Angeboten in Bewegung kommen.
Quelle: Focus Money, 23. Juli 2008







