Die jüngste Verkaufswelle an der Wall Street führt zu einem Umsatzanstieg bei Indexfonds auf die grossen Aktienindizes. 'Die meisten Investoren bevorzugen nach wie vor Positionen, die von fallenden Kursen profitieren. Nur wenige Anleger stellen sich gegen den Trend', erklären die zuständigen Händler der HypoVereinsbank. Überwiegend Verkäufer registrieren sie bei den meist gehandelten ETFs auf den DAX und den DJ Euro Stoxx 50 (WKNs 593393 und 593395). Short-ETFs sind der Renner Die Skepsis der Anleger gegenüber der kurzfristigen Entwicklung an den Aktienmärkten drückt sich in verstärkten Käufen von Short-ETFs auf die grossen Indizes DAX (WKN DBX1DS) und DJ Euro Stoxx 50 (WKN DBX1SS) aus.
Diese Produkte sind invers mit der Wertentwicklung des zugrunde liegenden Index verknüpft. Das heisst, auf eine negative Indexentwicklung hin entwickelt sich der Fonds im gleichen Verhältnis positiv. Attraktivität von Geldmarkt-ETFs bleibt hoch Von der Schwäche an den Aktienmärkten profitieren zudem Geldmarkt-ETFs wie der DB X-Trackers II-Eonia Total Return (WKN DBX0AN) oder der Lyxor Euro Cash (WKN LYX0B6). Beide Indexfonds sind an eine täglich rollierende Einlage zum EONIA-Satz gekoppelt. Zu diesem von der Europäischen Zentralbank festgesetzten effektiven Zinssatz handeln Banken untereinander Tagesgeld. Michael Salorno von der Société Générale erklärt die hohen Umsätze dieser Produkte vor allem mit der Verunsicherung der Investoren: 'Das gestörte Vertrauen in die Aktienanlage ist an der bestehenden hohen Liquidität abzulesen. Obwohl die Bewertungen an den Aktienmärkten optisch niedrig erscheinen, suchen Anleger bevorzugt nach einer attraktiven Parkmöglichkeit ihres Kapitals am Geldmarkt.' Niedrige Geldmarktrenditen würden den in der Regel höheren Ertragschancen bei Aktien aus Risikogesichtspunkten derzeit vorgezogen. Banken von Anlegern gesucht Besondere Aufmerksamkeit richten Investoren auf den Bankensektor
'Den schlechten Nachrichten mit möglichen weiteren Insolvenzen aus den USA steht der wahrscheinliche Verkauf der Dresdner Bank durch die Allianz gegenüber. Einige Anleger glauben, dass dies zu einer neuen Konsolidierungswelle in der deutschen Bankenlandschaft führen und auch den Verkauf der Postbank beschleunigen wird', erklärt ein Händler. Hohe Umsätze beobachten sie beim iShares DJ Stoxx 600 Banks (DE) (WKN 628934) und beim iShares DJ Eurostoxx 600 Banks (WKN 628930), die sich beide auf denselben Index mit allen Banken im marktbreiten DJ Stoxx 600 beziehen. Öl- und Rohstoffbranche auf der Kaufliste Ein Blick auf andere Branchenindizes zeigt, dass ETFs auf Öl und Gasaktien gesucht sind. Überwiegend gekauft werden Produkte auf Öl (WKNs A0KRKN und A0KRJX) sowie der iShares DJ Stoxx 600 Basic Resources (DE) (WKN 634472).
Steigende Nachfrage verzeichnet auch ein ETF auf den Index DJ Stoxx 600 Oil & Gas (WKN DBX1SG). Grösste Werte in dem Index sind die Ölkonzerne BP, Royal Dutch, Shell, Total und Eni. Gekauft wird zudem ein Produkt, das den Index MSCI Russland abbildet (DBX1RC). Vertreten sind Werte wie der Gasversorger Gazprom oder der Ölkonzern Lukoil. Anleger favorisieren Asien Steigende Nachfrage beobachtet Thorsten Michalik von der Deutschen Bank bei ETFs mit asiatischen Aktien. 'Grosse asiatische Aktienindizes wie der Nikkei 225, der Shanghai A-Index oder auch der Hongkonger Hang Seng haben in der vergangenen Woche zentrale Unterstützungslinien erreicht. Die Mehrheit der Anleger hält die Kursabschläge für übertrieben und setzt deshalb auf eine kurzfristige Erholung.' Gesucht sind der iShares MSCI Japan (WKN A0DPMW), der DB X-Trackers FTSE Vietnam (WKN DB1XAG) und Lyxor China (WKN A0F5BW)
Quelle: 26. August 2008







